Dienstag 23.01.2018 - 05:23 Uhr

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WDR 6 Rückblick
 
DVB-T2: Der Anfang vom Ende des privaten Free-TV?

Mit der Umstellung des Antennenfernsehens auf den neuen Übertragungsstandard DVB-T2 ab Mitte 2016 könnte das Zeitalter des privaten Free-TV zu Ende gehen. Auf Nachfrage von DIGITAL FERNSEHEN ließen sowohl RTL als auch ProSiebenSat.1 anklingen, dass eine unverschlüsselte SD-Ausstrahlung auf Dauer wohl nicht mehr geplant ist.

Nach langer Unsicherheit scheint die Zukunft des terrestrischen Fernsehens gesichert zu sein. Anfang Juni hatte sich auch die Mediengruppe RTL dazu bekannt, ihre Programme künftig über den neuen Verbreitungsstandard DVB-T2 zu verbreiten. Der Umstieg soll bereits Mitte 2016 starten. Auch die Sendergruppen ARD, ZDF und ProSiebenSat.1 haben sich mittlerweile auf diese Zeitschiene verständigt.

Ziel der Sendergruppen ist es, dank neuen, effizienteren Verbreitungsstandards endlich auch HD-Programme via Antenne anbieten zu können. Doch zumindest bei den Privatsendern wird es diese, wie auch im Kabel oder über Satellit, nur verschlüsselt und gegen die Zahlung einer so genannten Technik-Pauschale geben. Kein Problem, könnte man meinen, denn neben den verschlüsselten HD-Programmen wird es ja die Möglichkeit geben, die SD-Versionen der Privatsender unverschlüsselt zu empfangen - eben genauso, wie das über Kabel und Satellit läuft. Dann würden nur die Zuschauer zahlen, die Wert auf die höhere Auflösung legen. Doch tatsächlich ist das nicht so sicher.

Unverschlüsselte Ausstrahlung fraglich

Nachdem bereits in den vergangenen Wochen einzelne Stimmen laut geworden waren, die an einer weiteren Free-TV-Ausstrahlung der Privatsender von RTL und ProsiebenSat.1 gezweifelt haben, hat DIGITAL FERNSEHEN bei den Veranstaltern nachgefragt. Die Antworten fielen dabei durchaus unterschiedlich aus. So teilte man von Seiten der Mediengruppe ProSiebenSat.1 mit, dass man sich derzeit in Gesprächen zu allen möglichen Plattformmodellen befinde. "Denkbar ist, dass wie in Österreich für den Empfang von TV Programmen über Antenne ein Plattformanbieter ein Zugangsentgelt aufrufen wird", erklärte Pressesprecher Marcus Prosch. Die Antwort, ob es auch eine frei zugängliche SD-Einspeisung geben wird, blieb man damit allerdings schuldig.
 
Bei RTL wurde man hingegen schon deutlicher. Gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärte RTL-Sprecher Konstantin von Stechow: "Die Mediengruppe RTL Deutschland plant keinen dauerhaften Parallelbetrieb zwischen verschlüsselten HD- und unverschlüsselten SD-Programmen über DVB-T2." Im Klartext bedeutet dies: Zumindest auf längere Sicht wird es über DVB-T2 wohl nur verschlüsselte HD-Sender von RTL geben, ein frei empfangbares Free-TV-Angebot jedoch nicht.
 
Angesichts der Antworten scheint es mehr als fraglich, ob privates Free-TV in Zukunft über Antenne noch empfangbar sein wird. Zumindest die beiden führenden Mediengruppen für Privatsender könnten geneigt sein, vollständig auf eine verschlüsselte HD-Verbreitung zu setzen. Wie bereits angedeutet, wäre die Situation dann nicht mehr vergleichbar mit jener über Kabel und Satellit, denn dort stellen die verschlüsselten und kostenpflichtigen HD-Sender lediglich ein Zusatzpaket dar, nicht jedoch das Grundangebot.
Risiken für die Sender

Ein solches Vorgehen über DVB-T2 wäre natürlich in mehrerlei Hinsicht problematisch und dürfte auch für die Sender selbst nicht ohne Risiko sein. Immerhin müssten sie den Zuschauern erklären, warum diese für den Empfang ihrer Sender in Zukunft extra zahlen sollen und dafür möglicherweise noch gewissen Einschränkungen bei der Nutzung der Programme in Kauf nehmen müssen. So arbeitet RTL über Kabel und Satellit bei seinen verschlüsselten Sendern mit Aufnahme- (CI Plus) beziehungsweise Vorspulsperren (zertifizierte Receiver).
 
Mit seinem Verschlüsselungskonzept über DVB-T namens Viseo Plus in den Großräumen Leipzig und Stuttgart war RTL in den vergangenen Jahren schon einmal auf die Nase gefallen, weil kaum ein Zuschauer bereit war, für vermeintliche Free-TV-Sender in eine proprietäre Plattform einzusteigen. Schlimmstenfalls könnten die Zuschauer den Sendern eine Absage erteilen, was diese Reichweite und damit Werbeeinnahmen kosten würde.

Zudem würde perspektivisch auch die Frage aufgeworfen, womit Zuschauer über Kabel und Satellit zu rechnen hätten, sollten RTL und ProSiebenSat.1 in Zukunft dort einmal die Ausstrahlung in Standard-Qualität einstellen. Unklar ist zudem, wie sich andere Privatveranstalter in einem solchen Szenario positionieren würden. Diese könnten den Weg von RTL und ProSiebenSat.1 mitgehen oder sich gezielt anders positionieren.
 
Aktuell stehen viele Fragen und Spekulationen im Raum, die jedoch auf ein mögliches Szenario hindeuten: Den Anfang vom Ende des privaten Free-TV.
 
04.08.2014, 10:37 Uhr, ps
 
digitalfernsehen.de/DVB-T2-Der-Anfang-vom-Ende-des-privaten-Free-TV
 
 

WDR 6 Hinweis
 
 
Tagesschau-App war 2011 "presseähnlich"

Was bedeutet das Urteil zur Tagesschau-App?
 
Stand: 30.09.2016 16:08 Uhr
 
www.tagesschau.de/inland/tagesschau-app-urteil-101.html
 
 

WDR 6 Hinweis
 
Seehofer für Zusammenlegung

AZRDDF statt ARD und ZDF?
 
Eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt reicht aus - meint CSU-Chef Seehofer. In einem Zeitungsinterview sagte er, die Grundversorgung könne auch von einer Anstalt gewährleistet werden. Seine Partei wolle sich mit dem neuen Grundsatzprogramm für die Zusammenlegung von ARD und ZDF einsetzen.

Die CSU will sich für eine Zusammenlegung von ARD und ZDF einsetzen. "Wir sind der Auffassung, dass die Grundversorgung auch von einer Fernsehanstalt geleistet werden könnte", sagte CSU-Parteichef Horst Seehofer der "Bild am Sonntag" ("BamS"). In einem vom Parteivorstand gebilligten Entwurf für das neue Grundsatzprogramm der CSU heißt es laut "BamS", der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle sich auf seine Kernaufgaben rückbesinnen, dadurch könne er Relevanz zurückgewinnen. Deshalb strebe die Partei "langfristig die Beseitigung von Doppelstrukturen und die Zusammenlegung von ARD und ZDF unter einem Dach an". Das Grundsatzprogramm soll im November beschlossen werden.

Das ZDF kommentiere die Pläne der CSU nicht, sagte ein Sprecher. Ein Sprecher der ARD ergänzte: "Wir nehmen das zur Kenntnis, kennen aber noch keine Details. Daher können und wollen wir das zum jetzigen Stand auch gar nicht kommentieren."


Unrealistischer Vorschlag?

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Frank Überall, wies den CSU-Vorschlag zurück. Er sehe "keine realistische Chance auf dessen Umsetzung", sagte Überall der Deutschen Presse-Agentur. Ein solcher Vorstoß würde "auf jeden Fall zu einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht führen". Schließlich gebe es nach geltender Rechtslage eine Bestands- und Entwicklungsgarantie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das schließe nach seiner Überzeugung ein, dass ARD-Anstalten und ZDF nebeneinander bestehen bleiben müssten. Der CSU-Vorschlag gehöre deshalb in den Spam-Ordner der Medienpolitik.

Seehofer hatte in der Vergangenheit mehrfach scharfe Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geübt. Die bayerischen Grünen warfen ihm und seiner Partei im Frühjahr wiederum vor, zwar als lautstarke Kritiker der ZDF-Berichterstattung aufzutreten, zugleich aber die Mitwirkung in den Aufsichtsgremien vernachlässigt zu haben. CSU-Minister Markus Söder habe im vergangenen Jahr an keiner einzigen Sitzung des ZDF-Fernsehrats teilgenommen, Seehofer habe vier von sechs Sitzungen des Verwaltungsrats geschwänzt, hieß es damals.
 
Stand: 11.09.2016 15:17 Uhr
 
tagesschau.de/inland/seehofer-ardzdf-101.html
lobbyradar.org/entity/54c2a4b3fe6a42c82bbaaf7e
 
 

WDR 6 Hinweis
 
Studie kritisiert WDR und MDR:
Viele Wiederholungen und weniger Information als behauptet
 
meedia.de/2015/07/28/studie-kritisiert-wdr-und-mdr-viele-wiederholungen-und-weniger-information-als-behauptet/
 
Dr. Helmut Thoma 28.07.2015:

"Als Justitiar des öffentlich-rechtlichen ORF und als Gründungsgeschäftführer von RTL kann ich mit nunmehr 49 Jahren Erfahrung eines sicher feststellen:
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist völlig überflüssig geworden."
 
 
 

WDR 6 Hinweis
 
 
Der ARD-Check
 
Die Intendanten von WDR und NDR beantworten Fragen der Zuschauer
 
daserste.ndr.de/ard_check
www.Koeln.li/ard-check.php
 
 

WDR 6 Hinweis
 
 
www.deutsch.rt.com/verheerende-umfrage-fur-offentlich-rechtliche
 
 

WDR 6 Downloads
 
Die Story - Milliarden-Monopoly I  
     
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... das Spiel geht weiter ...
 
     
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Die neuen Tricks der Lobbyisten
 
     
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Das Märchen vom gerechten Staat - 1v2
Wie er uns mit Steuern abkassiert
 
     
Das Märchen vom gerechten Staat - 2v2
Wie er uns mit Subventionen schmiert
 
 
 

WDR 6 Hinweis
 
 
US-Medienkonzern kauft Rennserie

Formel-1-Verkauf perfekt
 
Der Verkauf der Formel 1 an Liberty Media ist perfekt. Das teilten das amerikanische Medien- und Unterhaltungsunternehmen sowie der bisherige Hauptgesellschafter CVC mit. Der bisherige Formel-1-Boss Ecclestone soll vorerst Geschäftsführer bleiben.
 
Stand: 08.09.2016 00:20 Uhr
 
www.tagesschau.de/wirtschaft/formel1-verkauf-101.html
 
 

Der Geld-Check
 
ARD 10.10.2016 | 20:15 Uhr Wie finde ich immer den besten Preis?  
     
ARD 24.10.2016 | 20:15 Uhr Wo Kommunen hinlangen  
     
ARD 31.10.2016 | 20:15 Uhr Wer verdient, was er verdient?  
     
ARD 07.11.2016 | 20:15 Uhr Rente – wie Sie am meisten rausholen  
 
 

WDR 6 Hinweis
 
Schöne digitale Welt - die Zukunft unseres Lebens

Diskussionsveranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
vom 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart
 
www.ZDF.de/ZDF/zdfportal/programdata/3c6207e5e